HSG: Ruhe vor dem Neustart

14. September 2016 8:15 Uhr 1. Frauen (Pforzheimer Zeitung)

Die HSG TB/TG 88 Pforzheim vor der neuen Saison, hinten von links: Bettina Wachter, Milica Vlahovic, Lisa Klittich, Stefanie Kurstak, Aylin Bartsch, Genni D’Enricco, Deborah Rupf, Alice Steegmüller, Co-Trainerin und Sportliche Leiterin Gabi Kubik; vorne von links: Trainer Zoran Stavreski, Arijana Pjano, Kamila Vyslouzilova, Janna Münst, Christin Bub, Luisa Dieckmann, Britt Abrecht, Anika Henschel, Torwart-Trainer Robert Müller. Foto: Privat

Pforzheim. Eine turbulente Saison hat die HSG TB/TG 88 Pforzheim hinter sich. Im Frühjahr überschlugen sich die Ereignisse, als Trainer Matthias Cullmann und die gesamte Sportliche Leitung um Klaus Händler zurücktraten. Ursache war ein Zerwürfnis mit den Spielerinnen Nastja Antonewitch und Bianca Ionita.

Inzwischen ist Ruhe eingekehrt beim Handball-Drittligisten, der am kommenden Samstag um 18 Uhr mit einem Heimspiel gegen den TV Brombach in die neue Saison startet. Die PZ beantwortet vorab die wichtigsten Fragen.

Wie groß ist der personelle Aderlass?

Ziemlich groß. Mit Torfrau Melanie Breinich, Bianca Ionita, Nastja Antonewitch, Jasmin Schückle, Sophia Sommerrock, Cornelia Langenberg, Alexa Buck und Franziska Ramirez verlor man eine Vielzahl wichtiger Spielerinnen. Vor allem die Tore von Nastja Antonewitch werden fehlen.

Was ist von den Neuzugängen zu erwarten?

Es kommen eine Reihe interessanter neuer Spielerinnen. Die neue Torfrau Ivana Zafirova ist mazedonische Nationalspielerin. Milica Vlahovi ist eine mazedonische Rückraumspielerin mit Europacup-Erfahrung. Sie spielte zuletzt für den Ost-Drittligisten Osterode/Harz. Arijana Pjano wechselt von RK Neretva Jablanica (Bosnien-Herzegowina) an die Enz. Sie spielt auch im Rückraum (Mitte/links). Jana Münst vom TV Kornwestheim soll ebenfalls den Rückraum verstärken. Sie ist bisher die einzige Linkshänderin. Auch der Anteil einheimischer Spielerinnen ist nach wie vor groß. Darauf legt man Wert bei der HSG. Urgestein Lisa Klittich zählt ebenso dazu wie Britt Abrecht, Luisa Dieckmann, Anika Henschel oder Alice Stegmüller.

Mit welchem Ziel geht die HSG in die neue Saison?

Die Neuen können die Abgänge teilweise kompensieren, glaubt Trainer Zoran Stavreski. „Aber es ist schwer angesichts der vielen Abgänge. Die Vorbereitung reichte vielleicht nicht ganz, um die Automatismen einzustudieren“, gibt der Coach zu bedenken. „Wir wollen so schnell wie möglich in Tabellenregionen sein, wo wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben“, hofft Co-Trainerin Gabi Kubik. Der Zusammenhalt sei gut, besser als vorige Saison. „Niemand hat Starallüren“, sagt Stavreski. Das könnte ein Seitenhieb Richtung Antonewitch sein, oder?

Wer sind die Favoriten in der 3. Liga Süd der Frauen?

Topfavorit ist wohl der SV Allensbach. Die Liga ist aber in der kommenden Saison sehr ausgeglichen, glauben die Experten. Vorne erwartet werden auch der TV Möglingen und die HSG Freiburg.

Was ist der neue Trainer für ein Typ?

Zoran Stavreski hat eine interessante Vita. Er trainierte nicht nur Handball-, sondern auch Fußballmannschaften im Raum Ludwigsburg. Zuletzt coachte er die Frauen der HB Ludwigsburg in der Landesliga. Im Handball fungiert Stavreski auch als Schiedsrichter und pfeift in dieser Saison für die HSG Spiele bis zur Badenliga. Beruflich ist der 38-jährige Diplom-Betriebswirt Leiter Beschaffung für Exterieurbauteile bei der Porsche AG in Weissach.

Welche Rolle spielt der zurückgetretene Sportchef Klaus Händler noch?

Es gibt keinen Rückritt vom Rücktritt. Doch Klaus Händler, der riesige Verdienste um den Verein hat, ist im Hintergrund noch als Sportlicher Berater für die HSG tätig. Von seiner enormen Erfahrung profitiert der Verein nach wie vor.

Autor: Martin Mildenberger

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