HSG Pforzheim-Trainer Schmidmeister fällt der Abschied schwer

9. April 2016 11:44 Uhr 1. Frauen (Pforzheimer Zeitung)

Erfolgreiche Ansprache: Trainer Carsten Schmidmeister sollte den Klassenerhalt mit den HSG-Handballerinnen bald perfekt gemacht haben. Ripberger/PZ-Archiv

Es spricht vieles dafür, dass der Einsatz von Carsten Schmidmeister bei der HSG TB/TG 88 Pforzheim erfolgreich ist. „Ich habe Blut geleckt,“ bekennt Carsten Schmidmeister. Der Interims-Trainer der Handballerinnen der HSG TB/TG 88 Pforzheim hat, so ist er überzeugt, nach den beiden Siegen in Regensburg und zu Hause gegen Waiblingen den richtigen Draht zu den Spielerinnen des Drittligisten gefunden. Mit diesen Erfolgen ist der Klassenerhalt so gut wie sicher. Den theoretisch noch fehlenden Punkt könnte das Team bereits am Samstag bei der HSG Sulzbach/Leidersbach holen.

„Entscheidung mitgeteilt“

Doch Schmidmeisters Engagement wird am Saisonende enden. „Ich habe keine Möglichkeit gehabt, mir Gedanken darüber zu machen, ob ich weiterhin die HSG trainieren wollte“, sagt der 43-jährige Unternehmensberater aus Erligheim (Kreis Ludwigsburg) – und es klingt ein wenig bedauernd. Zoran Stavreski wurde bereits als Nachfolger verpflichtet. „Man hat mir die Entscheidung mitgeteilt“, sagt Schmidmeister, der aber auch in der kommenden Saison „im Leistungsbereich“ coachen will. Deshalb sucht er einen höherklassigen Verein.

Beste Noten erhält Noch-Trainer Schmidmeister von den Spielerinnen. Anika Henschel, die gegen Waiblingen alle ihre sechs Siebenmeter verwandelte, lobt ihren Coach in den höchsten Tönen: „Ich möchte mich bei Carsten bedanken, dass er in dieser schwierigen Situation das Training übernommen hat – das macht nicht jeder. Er hat uns jetzt zu zwei wichtigen Siegen verholfen.“ Zurückhaltend äußert sie sich zu der wichtigen Personalie: „Der Verein hat die Entscheidung getroffen, einen neuen Trainer für die kommende Saison zu verpflichten. „Es wird eine komplett neue Mannschaft geben.“ Immerhin: Henschel gehört zu den wenigen Leistungsträgerinnen, die der HSG die Treue halten. „Ich habe am Ostermontag zugesagt, den Verein weiterhin zu unterstützen“, verrät sie.

„Ich bleibe da“, steht auch für Alice Steegmüller fest, die weiterhin die Fahrt von Magstadt nach Pforzheim auf sicht nimmt. „Ein Mittelfeldplatz ist unser Ziel“, gibt die 21-jährige Studentin als Marschrichtung für die letzten drei Begegnungen vor. „Und in der nächsten Saison wollen wir auf alle Fälle die Dritte Liga halten.“

Auch sie ist von der Arbeit des Übergangs-Coachs überzeugt: „Carsten hat seinen Job richtig gut gemacht und uns super betreut.“ Diplomatisch äußert sie sich zur Zukunft: „Es kommt ein neuer Trainer und eine ganz neue Herausforderung auf uns zu.“

Unklar ist dagegen noch, ob Franziska Ramirez weiterhin das Trikot der Pforzheimerinnen überstreift. Dieser Tage wollte sie sich entscheiden. „Mit 31 Jahren muss man sich schon überlegen, wie die Zukunft aussieht“, sagt die treffsichere Akteurin.

Dass es einen Umbruch im HSG-Team geben wird, hat sich schon länger abgezeichnet. Neben Nastja Antonewitch, Jasmin Schückle und Sophia Sommerrock stehen nach PZ-Informationen auch Torhüterin Bianca Ionita und Alexa Buck vor dem Absprung. Beide werden mit dem Ligakonkurrenten VfL Waiblingen in Verbindung gebracht.

Lemke und D’Errico kommen

Doch auch die Pforzheimer waren nicht untätig. Drei Neuzugänge stehen bereits fest. Wie bereits berichtet kommt Marie Haertel vom Ligakonkurrenten Holzheim. Sie ist flexibel auf den Außenposition und im Rückraum einsetzbar. Vom TV Korntal wechselt Pia Lemke zur HSG. Die hochgewachsene 22-Jährige ist im Rückraum flexibel verwendbar. Schließlich bringt der neue Trainer Zoran Stavreski vom Landesligisten HB Ludwigsburg mit Genny D‘Errico ein vielversprechendes Talent mit.

Autor: Bruno Knöller

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