HSG-Handballerinnen: Ordnungshüterinnen halten Tor sauber

21. Januar 2016 9:05 Uhr 1. Frauen (Pforzheimer Zeitung)
Melanie Breinich

An den Torfrauen hat es kaum gelegen, dass die Handballerinnen der HSG TB/TG 88 Pforzheim in dieser Drittliga-Saison nur schwer aus den Startlöchern gekommen sind. „Gerade auf dieser Position haben wir eine Menge Qualität“, weiß Abteilungsleiter Klaus Händler, der selbst einmal als Zerberus zwischen den Pfosten gestanden hat.

Zum Abschluss der Vorrunde konnten er und Trainer Matthias Cullmann aber zufrieden sein. Denn mit 12:10 Punkten liegt das Frauen-Team derzeit auf dem fünften Tabellenplatz. Vor allem, weil Leistungsträgerinnen wie Nastja Antonewitch, Anika Henschel oder Franziska Ramirez immer besser harmonieren.

Dynamisches Duo

Ihren Teil dazu beigetragen haben aber auch die talentierten Torhüterinnen Melanie Breinich (21) und Bianca Ionita (23). Seit dieser Runde teilt sich das dynamische Duo nicht nur die Verantwortung auf der letzten Verteidigungslinie, sondern auch den gemeinsamen Hunger nach Erfolg. „Die gesamte Mannschaft hat noch reichlich Luft nach oben“, ist sich Melanie Breinich sicher.

Rückrundenstart am Sonntag

Dass eine Steigerung drin ist, gilt es nun in der Rückrunde zu zeigen, die für die Pforzheimerinnen am kommenden Sonntag, 24. Januar, um 17.00 Uhr mit einem Heimspiel gegen die HSG Freiburg beginnt. Bereitschaft und Willen sind vorhanden. Da genügt schon ein Blick auf die beiden Torhüterinnen. „Es darf einfach nicht sein“, sagt Bianca Ionita, „dass wir zuerst ein ordentliches Spiel machen und beim nächsten Mal in der Abwehr die reinste Katastrophe ausbricht.“ Bisher hatte das oft mit der mangelnden Konstanz und Konzentration der Vorderleute zu tun. Ausbaden mussten es im Endeffekt die HSG-Torfrauen. Doch für ehrgeizige Sportlerinnen ist das nur schwer zu schlucken.

Hinzu kommt, dass die jungen Damen beruflich als Ordnungshüterinnen unterwegs sind. Ionita macht gerade eine Ausbildung bei der Polizei in Bruchsal und Breinich ist angehende Zollbeamtin. Vermeidbare Nachlässigkeiten im Handball-Team stören da womöglich besonders. „Ich bin mir sicher, dass wir die kleinen Problemchen in den Griff kriegen“, meint Ionita. „Im Augenblick merkt man noch, dass die Mannschaft vor der Saison neu zusammengestellt worden ist. Es braucht halt seine Zeit, um sich richtig kennenzulernen.“

Im Kasten funktioniert die Arbeitsteilung schon reibungslos. Vielleicht auch deswegen, weil die Torfrauen unterschiedliche Typen sind. Während Melanie Breinich eher ruhig ihren Job macht und selten aus sich herausgeht, sprüht Bianca Ionita geradezu vor Temperament. Das spürt man bei der gebürtigen Esslingerin besonders, wenn sie für Siebenmeter eingewechselt wird und – wie in vielen Fällen – den Ball auch hält. „Strafwürfe waren schon bei der HSG Deizisau/Denkendorf meine Spezialität“, sagt die Siebenmeter-Killerin mit rumänischen Wurzeln.

Etwas Bauchschmerzen

Bei ihrem Heimatverein in der Württemberg-Liga brachte sie es früher auf eine Quote von fünfzig Prozent. „Als ich nach Pforzheim in die 3. Liga gewechselt bin, hatte ich zuerst etwas Bauchschmerzen“, gesteht die 23-Jährige. „Inzwischen weiß ich aber, dass ich es kann.“ Dazu gehört bei Ionita, dass sie ihre Mitspielerinnen ab und zu auch mal kräftig anschnauzt, wenn es nicht läuft. „Ich lebe und zeige meine Emotionen. So bin ich eben“, bekennt sie. Das weiß inzwischen auch Tor-Kollegin Melanie Breinich. „Wir haben uns zusammengerauft und ergänzen uns gut“, sagt die 21-Jährige, die bei der TGS Pforzheim das Handball-ABC gelernt hat.

Überraschung möglich

Ihrem HSG-Team traut Breinich in der Rückrunde durchaus die ein oder andere Überraschung zu – gerade gegen stärkere Mannschaften. „Die individuelle Klasse ist vorhanden. Wir müssen nur unser volles Potenzial abrufen“, glaubt die Torfrau und hofft, dass es im neuen Jahr möglichst noch ein paar Tabellenplätze nach oben geht.

Autor: Hepfer

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