Mit neuem Mut in die neue Saison

7. Mai 2015 16:20 Uhr 1. Frauen (Pforzheimer Zeitung)

Mit Worten und Taten geht Nastja Antonewitch (links) bei der HSG Pforzheim voran.  FOTO: PZ-ARCHIV/GÖSSELE

  • HSG Pforzheim hakt Handball-Spielzeit mit vielen Problemen ab.
  • Mit acht Neuzugängen sieht sich der Drittligist für höhere Ziele gerüstet.

UDO KOLLER I PFORZHEIM

Es gibt eine Anekdote von Nastja Antonewitch, die ziemlich gut verdeutlicht, wie diese Handballerin tickt. Kurz, nachdem die Rückraumspielerin 2014 nach Pforzheim zur HSG gewechselt war, bekam sie die Liste der Torjägerinnen aus der 3. Liga in die Hand. Ganz oben stand der Name Verena Breidert. Die Spielerin der TG Nürtingen hatte die Saison 2013/14 mit 212 Treffern als beste Torschützin beendet. „Das wird sich ändern“, versprach Antonewitch.

Wort gehalten
Und sie hielt Wort. Obwohl sich Verena Breidert auf 235 Treffer steigerte und mit Nürtingen unangefochten
den Titel holte, konnte sie die Torjägerkrone nicht verteidigen. Die schnappte ihr Nastja Antonewitch (246) weg. Die 25-jährige Deutsch-Russin tritt nicht nur selbstbewusst auf, sie lässt ihren Worten auch Taten folgen. Dass die Saison 2014/15 der HSG in vielen Bereichen nicht den Vorstellungen der Beteiligten entsprach, steht auf einem anderen Blatt. Die Saison beendete Pforzheim auf Rang neun, nur sechs Punkte von einem Abstiegsplatz weg. Eine Serie von acht Niederlagen in der Rückrunde führte das Team bedenklich tief in den Ta­bellenkeller.
„Ohne unsere großen Personal­sorgen wäre Platz vier oder fünf möglich gewesen“, ist Abteilungs­leiter Klaus Händler überzeugt. Denn bevor sich das HSG-Lazarett zu füllen begann, stand das Team mit 17:15 Punkten ganz gut da.
Die Voraussetzungen, um kom­mende Saison mit frischem Mut einen neuen Angriff auf die vorde­ren Tabellenplätze zu unternehmen, haben Händler und seine Mitstreiter bereits geschaffen. Zwar gingen während der Runde Justine Stindl (TSG Ketsch) und Teodora Bloj (zurück nach Rumä­nien) und am Saisonende schie­den weitere acht Spielerinnen aus dem Kader aus. Dafür stehen aber auch schon acht Neuzugänge fest. Und Händler sagt: „Ich glaube, dass unsere neue Mannschaft stär­ker ist.“ Trainer Matthias Cull­mann pflichtet bei. „Wir haben uns in der Breite und qualitativ verstärkt.“

Handlungsbedarf bestand vor allem im Tor, wo die Abgänge von Christine Hesel (Nürtingen) sowie Nicole Ziegler und Jasmin Metten­dorf (beide Karriereende) durch die Rückkehr von Melanie Brei­nich und die Verpflichtung von Bi­anca Ionita (HSG Deizisau/Den­kendorf) kompensiert werden sol­len. Viel verspricht sich der Verein von Rückraumspielerin Franziska Ramirez von Zweitligist Neckar­sulm, die mit ihren 30 Jahren auch viel Erfahrung mitbringt.

Jetzt hoffen bei der HSG alle, dass die Vorbereitung ruhiger und gezielter verläuft als vor einem Jahr. Damals musste Trainer Ralf Jochim seinen Job krankheitsbe­dingt kurzfristig aufgeben. Der als Ersatz verpflichtete Sakib Hadzic erwies sich als Fehlgriff. Erst mit Matthias Cullmann auf der Kom­mandobrücke kehrte ab dem vier­ten Spieltag Ruhe ein. „Er hat selbst Regionalliga gespielt. Er weiß, wie die Spielerinnen ticken“, lobt Händler seinen Übungsleiter. Cullmann will die Vorbereitung nutzen, das Tempospiel zu forcie­ren und ein zweites Abwehrsys­tem neben der defensiven 6-0- Formation einzustudieren.

ZU UND ABGÄNGE
Zugänge:
Melanie Breinich (Position Torfrau/pausierte), Bianca lonita (Torfrau/HSG Deizisau-Denkendorf), Alexa Buck (Rückraum/WSG Eningen-Pfullingen), Comelia Langenberg (Rechtsaußen/HSG Strohgäu), Franziska Ramirez (Rückraum/Neckarsulmer SU), Alice Stegmüller (Rückraum/TV Holzheim), Luisa Dieckmann (Linksaußen) und Jasmin Schucke (Kreis) – beide aus der 2. Mannschaft.

Abgänge:
Justine ,Stindl (TSG Ketsch), Teodora Bloj (Rumänien), Christine Hesel (TG Nürtingen), Anett Belsö (pausiert verletzt), Mirijam Bertsch (pausiert), Nicole Ziegler, Jasmin Mettendorf (beide Laufbahnende/bleiben im Verein), Lisa Klittich (pausiert studienbedingt/bleibt im Verein), Katrin Seifried (pausiert berufsbedingt/bleibt im Verein)

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