Abstiegsangst bei HSG Pforzheim

13. April 2015 10:43 Uhr 1. Frauen (Pforzheimer Zeitung)

Das HSG-Team um Nastja Antonewitch (beim Wurf) kam bei der Niederlage gegen Freiburg viel zu selten durch. FOTO:HENNRICH

Antonewitch & Co. bei der 17:31-Niederlage gegen Freiburg von der Rolle.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit drehen die Breisgauerinnen auf.

BRUNO KNÖLLER | PFORZHEIM

Nach der völlig verkorksten Vorstellung der Drittliga­Handballerinnen der HSG TB/TG PForzheim gegen die HSG Freiburg blieb dem Pforzhei­mer Coach Matthias Cullmann zu­nächst die Sprache weg. Nicht al­lein die Tatsache, dass die Nord­badenerinnen beim 17:31 (10:13) gegen die Südbaderinnen in allen Belangen unterlegen waren, sorgte für sportliche Enttäuschung ohne­gleichen. Zudem gibt die Art und Weise, wie das Resultat in der hei­mischen Benckisersporthalle zu­stande kam, den Verantwortlichen Rätsel auf.

„Ich muss mich sehr zusam­menreißen“, offenbarte Cull­manns erste Reaktion seine Ge­fühlslage. „Wir waren deutlich schlechter und haben keine 1:1-Situation im Angriff für uns entschieden und uns auch in der Abwehr zu viele technische Fehler geleistet.“ Auch die beiden hessischen Schiedsrichter Johannes Marchlewitz aus Seligenstadt und Christian Stadtmüller aus Darm­stadt bekamen ihr Fett weg: „Die Freiburger haben immer wieder Bälle geschenkt bekommen.“

„Es ist schwierig, wenn der Gegner immer einen Freiwurf zugesprochen bekommt und bei uns die Pfeife still bleibt.“
Matthias Cullmann, Trainer der HSG Pforzheim zur Leistung der beiden Schiedsrichter.

Dabei hielt die heimische HSG gegen die Gäste-HSG wenigstens bis zur 26. Minute noch einiger­maßen mit, als die Pforzheimerin­nen nur mit 10:13 zurücklagen – ohne ein einziges Mal zu führen. Zu oft landete der Ball beim Ab­spiel in den Armen einer Gegne­rin, zu wenig druckvoll wurden Angriffe vorgetragen. Die Breis­gauerinnen schafften es geschickt, Pforzheims Torjägerin Nastja An­tonewitch auszuschalten. Dagegen sprintete die kleine Angelika Ma­kelko bei Gegenstößen des bisherigen Tabellenfünften wieselflink nach vorne und versenkte fast je­den Ball im Netz. Mit acht Tref­fern war sie einsame Spitze.

Einen Knacks versetzte es den zwar tapfer aber glücklos kämp­fenden Pforzheimerinnen, als Antonewitchs erster Siebenmeter in der 29. Minute hoch über die Latte verworfen wurde. Zwischen der 26. und 44. Minute hatten die Freiburgerinnen einen Lauf mit acht Toren in Folge. Sie bauten da­bei ihre Führung von 12:10 auf 20:10 aus, worauf erstmals „Sorbas Tanz“ aus den Lautsprechern erklang. Der sich aufdrängende Ver­gleich zwischen dem Chaos im HSG-Spiel und griechischen Ver­hältnissen war sicher ungewollt.

Dennoch bleiben auch positive Aspekte – wenn auch nicht viele. Die lange Verletztenliste mit zu­letzt sieben Spielerinnen außer Gefecht scheint allmählich kleiner zu werden. Maylin Strehle und Anika Henschel griffen erstmals in diesem Jahr ins Geschehen ein. „Doch eigentlich sind sie noch nicht so weit“, nimmt Cullmann die beiden Rückkehrerinnen in Schutz. Die drei Tage zuvor 18 Jah­re alt gewordene Sophia Sommer­rock glänzte wenigstens in der An­fangsphase mit zwei Treffern.

Als wichtigste Erkenntnis bleibt: Die HSG Pforzheim liegt trotz ihrer Niederlagenserie noch auf keinem der drei Abstiegsplät­ze. Doch um auf der sicheren Seite zu sein, benötigt sie aus den letz­ten drei Partien noch einen Sieg.

HSG Pforzheim: Ziegler, Hesel – Antonewitch 4, Seyfried 3, Som­merrock 2, Baross 2, Henschel 2/1, Strehle 2, Klittich 1, Schückle 1, Markovic, Schober, Bertsch.

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