Aufbruchstimmung bei der HSG

18. Februar 2015 11:30 Uhr 1. Frauen (Pforzheimer Zeitung)

Wohin führt der Weg der HSG-Frauen? Trainer Matthias Cullmann hofft, dass das Team im dritten Jahr nach dem Aufstieg in der 3. Liga vorne mitspielt. FOTO: GÖSSELE/PZ-ARCHIV

Handball-Drittligist will sich neu aufstellen und dann richtig angreifen.

 Die nächsten Wochen sind richtungsweisend für das Pforzheimer Team.

RALF KOHLER | PFORZHEIM

Während der derzeitigen dreiwöchigen Spielpause sind die Handballerinnen der HSG Pforzheim häufig im Fitnessstudio anzutreffen. Indes ist der Drittligist insgeheim dabei, sich fit für die Zukunft zu machen. Im Vergleich zur Saison 2013/2014 steht der letztjährige Aufsteiger mit 17:19 Punkten bereits besser da. Doch mit Mittelmaß mag sich die Handballspielgemeinschaft nicht zufrieden geben.

Pforzheim strebt nach oben

„Wir wollen uns so aufstellen, dass wir im nächsten Jahr eine bessere Rolle spielen“, sagt Abteilungsleiter Klaus Händler. Wichtig ist ihm als erster Schritt personelle Kontinuität.
„Der Trainer bleibt in jedem Fall“, verkündet Händler schon einmal. Ansonsten gibt sich der Abteilungsleiter eher bedeckt.

Matthias Cullmann und Leistungsträgerin Nastja Antonewitch wiederum verhehlen nicht, dass sie an den Plänen der HSG Gefallen finden. Ein neues Konzept sei erarbeitet und dem Team vor ein paar Wochen nähergebracht worden. Mehr Training, mehr Sponsoren, Kooperationen im sozialen Bereich und vielleicht eine hauptamtliche Kraft fürs Marketing, das sind einige der Ideen. Ziel sei es, sich innerhalb von drei Jahren in der zweiten Liga zu etablieren, verrät Spielführerin Antonewitch. Im Lauf der Saison hätten sich Team und Umfeld bereits positiv entwickelt, stellt die 25-jährige Torjägerin erfreut fest. „Ein gutes Beispiel ist, das·s Britt Abrecht, die erst in der zweiten Mannschaft gespielt hat, jetzt aber die Nummer eins auf Linksaußen ist.“

Nun ist Ex-Bundesligaspielerin Antonewitch gespannt, ob die HSG ihr leistungsorientiertes „Konzept
in den nächsten Wochen mit Leben füllen kann. Wichtig ist für sie, ob es gelingt, „ehrgeizige Spielerinnen“ zu gewinnen. „Ich weiß noch nicht, ob- ich bleibe. Das will ich bis Mitte März entschieden haben“, räumt sie ein, fügt aber hinzu: „Pforzheim ist mir schon sehr ans Herz gewachsen, hier bewegt sich etwas.“

2. Liga als mittelfristiges Ziel

Dass es in der Stadt mit der TGS und der SG Pforzheim/Eutingen Vereine gibt, die bei den Männern und in der Jugend stark sind, stört weder den Neuzugang Nastja Antonewitch noch den Trainer oder den Abteilungsleiter. Aus ihrer Sicht besteht die Chance, zwischen Stuttgart und Karlsruhe ein Aushängeschild im Frauenhandball zu werden. „Im Frauenhandball ist mit weniger mehr zu erreichen“,
stellt Trainer Cullmann heraus: „Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Stillstand nicht zufrieden bin. Es geht darum, die Voraussetzungen zu schaffen, damit eine positive Überraschung kein Beinbruch wäre.“ Auch für ihn wäre die zweite Liga reizvoll. Doch Cullmann ist sich verschiedener Unwägbarkeiten auf dem anvisierten Weg bewusst. Verletzungspech, wie es die HSG aktuell hat, oder auch eine angedachte Spielklassenreform, könnten sich zum Beispiel negativ auswirken. Langeweile droht der HSG derzeit auf keinen Fall. „Wir spielen in den nächsten Wochen um Sponsoren für nächste Saison“, bringt es Nastja Antonewitch auf den Punkt. Als Nächstes erwartet ihr Team am Samstag, 28. Februar, um 18 Uhr den ungeschlagenen Tabellenführer TG Nürtingen, der das Hinspiel mit 26:22 gewann.

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